Politik

Leitgedanken
Ich möchte eine Gesellschaft, in der alle ihren Platz finden und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Alle haben das Recht auf eine gute Bildung, die ihnen entspricht, auf ein faires Einkommen, Gesundheitsversorgung und Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben. Zum Respekt für die Menschen gehört auch der Respekt und die Sorge für unsere natürlichen Lebensgrundlagen.

 

Motivation

In meinen 12 Jahren in Grossrat und Stadtrat habe ich die Erfahrung gemacht, dass frau mit Engagement, guten Argumenten, Vernetzung und Zusammenarbeit immer wieder Verbesserungen erzielen kann – hin zu einer solidarischen und offenen Gesellschaft. Ich bin eine politische Allrounderin. Es gefällt mir, immer wieder neuen Themen auf den Grund zu gehen, Lösungsvorschläge zu erarbeiten und schliesslich dem Machbaren zum Durchbruch zu verhelfen.

 

  • Finanzpolitik
    Der aktuelle Trend zu Tiefsteuerstrategien und zum Steuerwettbewerb als oberste Maxime ist schädlich. Zurzeit überbieten sich die Kantone (und Staaten) nur noch mit Steuersenkungen. Die Folge: die Kantone betreiben massiv Leistungsabbau beim Service Public – zulasten derer, die nur über ein kleines Einkommen verfügen und nicht auf private Angebote ausweichen können. Den rigiden Leistungsabbau bei der Gesundheitsversorgung, der Bildung und der sozialen Sicherheit, den die bürgerliche Grossratsmehrheit in der November-Session 2017 durchsetzte, lehne ich dezidiert ab. Ich engagiere mich in der Finanzkommission des Grossen Rats für faire Steuern und einen gesunden, ausgewogenen Staatshaushalt.
  • Bildung
    Der Schlüssel für ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben liegt zu einem grossen Teil in der Bildung. Ich bin für ein Bildungssystem, das Kinder und Erwachsene in ihrer persönlichen Entwicklung stärkt und die Chancengleichheit fördert – von der Kita, über die Volksschule, über die Aus- und Weiterbildung bis zur Nachholbildung für Erwachsene, die bisher keine Ausbildung machen konnten. Die Volksschule sollte sich in Richtung einer selektionsfreien Schule entwickeln, wo nicht Noten, sondern die viel aussagekräftigeren Kompetenzbeurteilungen angewendet werden.
    Als Stiftungsratspräsidentin der Kornhausbibliotheken liegen mir die öffentlichen Bibliotheken besonders am Herzen.  Sie bieten allen Zugang zu vielerlei Medien, fördern Information statt Fake News und leisten aktiv Leseförderung.
  • Kultur
    Kultur berührt, inspiriert, provoziert. Sie lässt uns tiefe Gefühle erleben und fordert uns heraus, über Themen des Lebens nachzudenken. Deshalb: das Kulturschaffen und Kulturangebote sollen unterstützt und allen zugänglich gemacht werden, gerade auch Kindern und Jugendlichen.
  • Kitas
    Ich war eine der InitiantInnen der 2011 lancierten Kita-Initiative in der Stadt Bern für einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Ich befürworte klar ein einheitliches Tarifsystem (abgestuft nach dem Eltereinkommen), denn es soll nicht teure Kitas für Reiche, und billige Kitas für Ärmere geben. Kantonsweit gibt es noch zu wenige Kita-Plätze, besonders auf dem Land. Auch bei den Kitas gilt: die Standards für die Betreuungsqualität sind hochzuhalten, ebenso die Arbeitsbedingungen und Löhne des Personals.

 

  • Gleichstellung
    Noch immer wählen Mädchen aus einem viel kleinerem Spektrum an Berufen aus als Knaben und verdienen Frauen durchschnittlich 20 Prozent weniger als Männer. Dahinter steckt nicht böse Absicht, sondern eine unhinterfragte Tradition und Beförderungspraxis sowie ungleiche Bewertung von typischen Frauen- und Männertätigkeiten. Lösen wir uns von diesen – für beide Geschlechter – einengenden Rollenbildern! Die Politik soll dazu Rahmenbedingungen und Anstösse geben.
    Sexismus wird heute breit thematisiert – das ist gut so und auch dringend nötig. Eine neue Form des Sexismus haben die Online-Kommentar-Funktionen mit sich gebracht. Hier ist noch viel zu tun. Wer Hasskommentare sät, muss sich vor Gericht dafür verantworten. Wer Kommentar-Plattformen anbietet, muss Hass-Kommentare systematisch sperren.
  • Regionalpolitik
    Wir könnten in der Region Bern noch viel mehr Synergien nutzen, die gemeinsame Identität stärken und weiter zusammenwachsen. Deshalb lag mir die Arbeit der Agglomerationskommission im Stadtrat sehr am Herzen. Besonders schätzte ich die Treffen mit PolitikerInnen aus anderen Gemeinden. Als Stadtratspräsidentin (2012) suchte ich aktiv den Kontakt mit den Parlamenten der Nachbargemeinden. Meine damalige 1. Augustrede war dem Zusammenhalt von Stadt und Land gewidmet. Dieses Engagement setze ich im Grossen Rat fort. Dort geht es mir um eine Fokussierung in allen Regionen nach dem Motto „Dezentrale Zentralisierung“.
  • Tagesschulen
    Als ehemalige Geschäftsführerin des Vereins Berner Tagesschulen und als Vizepräsidentin von Bildung & Betreuung Schweiz engagiere ich mich seit Jahren für schulische Tagesstrukturen. Wir konnten erreichen, dass alle bernischen Gemeinden ab einer Nachfrage von 10 Kindern ein Tagesschulangebot führen müssen. Das führte zu einem raschen Anstieg der Plätze, vor allem in Städten und grösseren Gemeinden. Die Rahmenbedingungen für die Tagesschulen müssen aber noch verbessert werden, um eine durchwegs hohe Betreuungsqualität und gute Anstellungsbedingungen für alle Mitarbeitenden zu ermöglichen. Dringender Handlungsbedarf besteht zudem bei der Ferienbetreuung. Ich habe dazu eine überparteiliche Motion im Grossen Rat initiiert und durchgebracht. Demnächst wird das entsprechende Gesetz beraten.